Stellungnahme der Altkatholischen Kirche: Sozialpartnerschaft

Stellungnahme der Altkatholischen Kirche Österreichs zur Sozialpartnerschaft. Diese erging kurz vor Beschluss des Gesetzes, am 29. Juni 2018 an die Parlamentsparteien und an die Öffentlichkeit.

Die Altkatholische Kirche Österreichs bittet die Regierung dringend, mit den Vertretern der Arbeitnehmerseite in einen ernsthaften Dialog zu treten. „Wir teilen die Sorge der Arbeitnehmer*innen-Seite und rufen alle Entscheidungsträger auf, auf den Weg der Sozialpartnerschaft zurückzukehren“ stellt das Leitungsgremium einstimmig fest.

„Schon jetzt nehmen wir in der Seelsorge mit tausenden Menschen eine vermehrte Entfremdung von der Sinnbestimmung des Menschen als kreatives, vielfältiges und soziales Wesen wahr“, so Vorsitzender Wolfgang Buchner, MAS. „Das Familienleben leidet ebenso unter dem hohen Flexibilisierungsdruck wie das menschliche Miteinander, auch zwischen Arbeitgeber*in und Arbeitnehmer*in. Dies wird durch die Pläne der Regierung verschärft“.

Daher steht die Altkatholische Kirche Österreichs dem Vorhaben der Regierung auf Einführung des 12-Stunden-Tages kritisch gegenüber. Es besteht die Gefahr, dass aus einer gesetzlich verankerten „Freiwilligkeit“ ein „freiwilliger Zwang“ wird, dem sich viele Arbeitnehmer*innen aufgrund unsicherer Beschäftigungsverhältnisse nicht entziehen werden können. „Daher sitzen viele Arbeitnehmer*innen auf dem kürzen Ast“, ist die Altkatholische Kirche überzeugt.

„Die Sozialpartnerschaft war und ist der Garant für den sozialen und gesellschaftlichen Frieden. Eine dialogische Kultur fördert das Bewusstsein, dass der einzelne Mensch sich sowohl in der Arbeit als auch in der sozialen und kulturellen Teilhabe verwirklichen kann und soll“ so Buchner abschließend.