Presse-Aussendung: Altkatholische Kirche Österreichs ersucht bei der Corona-Debatte um gegenseitigen Respekt und lehnt Impfzwang ab!

Presse-Aussendung am 20. August 2021

Die Altkatholische Kirche Österreichs ersucht bei der Corona-Debatte um gegenseitigen Respekt und lehnt einen Impfzwang ab!

1. Wir sind in großer Sorge, weil die Debatte rund um die Corona Impfung eine Spaltung der Gesellschaft bis hin zu Familien bewirkt. Manche gehen so weit, zwischen „braven“ Geimpften und „bösen“ Ungeimpften zu unterscheiden und Letzteren die Schuld für die Fortdauer der Coronakrise zuzuweisen. Dabei weiß man heute, dass sich auch Geimpfte infizieren und die Krankheit weitergeben können, die Impfung also überwiegend dem Selbstschutz dient. In diesem Sinn bitten wir um Respekt vor der Meinung des anderen und vor allem auch die Politiker*innen um eine sorgsame Wortwahl.

2. Uns Altkatholik*innen ist der Schutz der persönlichen Freiheit des Menschen ein wichtiges Anliegen, macht doch die Freiheit unsere Würde und unsere Gottesebenbildlichkeit aus. Deshalb appellieren wir auch, die Entscheidungsfreiheit bei der Impfung zu bewahren. Jeder soll in Ruhe die Vor- (Schutz vor schwerem Verlauf) und Nachteile (sehr seltene schwere Nebenwirkungen) abwägen können. Ein Impfzwang wäre außerdem kontraproduktiv: Die Ablehnung der Impfung könnte sich bei vielen eher noch verfestigen.

„Wir fordern, dass in Bezug auf die C0VID-19 Impfung Ungeimpfte ebenso wie Geimpfte in ihrem Grundrecht der freien Entscheidung und ihrem Grundrecht der gleichwertigen Teilnahme am gesellschaftlichen Leben respektiert und anerkannt werden!“ so Bischof Dr. Heinz Lederleitner.

3. Im Sinne der weltweiten Solidarität verlangen wir, dass zunächst die Risikogruppen weltweit Zugang zu den Impfstoffen bekommen sollen, bevor bei uns Menschen zur Impfung gezwungen werden.

Die Altkatholische Kirche, welche aus Protest gegen die Unfehlbarkeit und die Rechtsgewalt des römischen Papstes entstanden ist und sich als weltoffene Kirche beschreibt, wird auch weiterhin für alle offen stehen!

 

Friedensbotschaft 2021

Friedensbotschaft 2021
anlässlich des Hiroshima Gedenktages am 6. August

von Bischof Dr. Heinz Lederleitner, Altkatholische Kirche Österreichs


Liebe Friedensfreundinnen und Friedensfreunde,

in jedem Gottesdienst begrüße ich die Anwesenden mit dem Wort „Der Friede sei mit Euch!“. Dieses Wort wollte ich auch in eine konkrete Form umsetzen.
Deswegen habe ich heuer im Juli gemeinsam mit einem Freund, der sich sehr für den Erhalt der Lebensgrundlagen unseres Planeten Erde einsetzt, eine Friedensfahrt mit dem Fahrrad unternommen. Diese führte vom österreichischen Bad Radkersburg über Slowenien nach Kroatien bis zur Mündung der Mur in die Drau und wieder zurück, da ging es über die slowenischen Weinberge von Jerusalem nach Österreich.

Das Weinbaugebiet Jerusalem erinnert mit seinem Namen an eine Gruppe von Kreuzrittern, die in das Heilige Land aufbrachen. Als sie durch das wunderschöne friedliche Hügelland kamen, fanden sie dort ihr „Heiliges Land“, nannten es „Jerusalem“, blieben dort, heirateten Frauen aus diesem Gebiet und lebten fröhlich und bescheiden weiter. Also Liebe und Friede statt Krieg und Gewalt. 

Wenn es nicht wahr ist, dann ist es gut erfunden. Gerade heute braucht es solche Menschen, die lieber Helden des Friedens sind als gewalttätige Eroberer. 
Wir Menschen haben einander gegenseitig und unserem Planeten viel Gewalt angetan. Es hat uns nicht glücklich gemacht und macht auch heute nicht glücklich.

Im Geschichtsunterricht in den Schulen ist es an der Zeit, die Friedensstifterinnen und Friedensstifter in den Mittelpunkt zu stellen. Von ihnen sagt Jesus, dass sie das Land erben. Mit diesem prophetischen Wort möchte Jesus dazu aufrufen, alle Kreativität darauf hin zu lenken, wie wir ein gutes Leben in Frieden miteinander und mit unserem Planeten gestalten können. Tag für Tag ist jede und jeder von uns gerufen, Frieden mit sich selbst zu schließen. Das heißt: Die eigenen Möglichkeiten und Grenzen wahrnehmen, sich zu engagieren, maßvoll zu leben und die Vielfalt von Lebensarten zu schätzen. In vielen kleinen Schritten können wir alle zum Frieden beitragen. Dazu segne uns der Gott des Friedens, schenke uns Freude am Leben und gute Gedanken füreinander.

Der Friede sei mit Euch, liebe Freundinnen und Freunde!

150 Stunden für unsere Kirche

Herzliche Einladung!
150 Jahre altkatholische Bewegung - und sie bewegt sich noch!
1871 bis 2021.
 

Das ist uns wert, 150 Stunden für die Kirche zu investieren: 

- in gemeinsamem Brainstorming
- beim Feiern eines tollen Festes am 15. Oktober - am liebsten gemeinsam in Wien oder auch online, je nach Möglichkeit
(wir lassen uns keinesfalls vom Feiern abhalten, wie auch immer die Bedingungen sein werden!)

An jedem 15. des Monats, von Mai bis September, treffen wir uns online von 18:71 (!) bis 20:21, um gemeinsam zu träumen und zu überlegen, wie wir Kirche gerne erleben.

Herzlich eingeladen dazu sind alle, die Freude am Träumen und gemeinsamen Nachdenken haben. Wir hoffen, dass wir gemeinsam auf mindestens 150 Stunden kommen (es werden die Stunden und die TeilnehmerInnen zusammengezählt!) - unsere Kirche lebt davon. Offenes Gespräch und neue Ideen waren und bleiben unsere Stärke.

Anmeldung unter:  - dann wird ein Link zum Einwählen zugeschickt. 

Wir freuen uns schon sehr auf diese gemeinsamen Stunden!
Albert Schromm-Sukop, Maria Kubin, Robert Grollinigg-Kubin und Bischof Heinz Lederleitner

Presse-Aussendung: Altkatholische Kirche verweist auf die Verantwortung Österreichs

Presse-Aussendung am 18. Mai 2021

Altkatholische Kirche verweist auf die Verantwortung Österreichs im Israel-Palästina-Konflikt.

Die hoheitliche Flagge des Staates Israel auf dem Amtssitz des Bundeskanzlers sehen wir als einseitige Parteinahme zugunsten der Politik des israelischen Premierministers und seiner aggressiven Siedlungspolitik in Palästina. Sie trägt nicht zur gebotenen Deeskalation in einer kriegerischen Auseinandersetzung bei, in der auf beiden Seiten unschuldige Opfer aus der Zivilbevölkerung zu beklagen sind.

Das Gebot der Stunde kann nur ein diplomatischer Beitrag zu einem Waffenstillstand und zur Beendigung der kriegerischen Auseinandersetzung sein.

Die Altkatholische Kirche sieht die besondere Verpflichtung Österreichs Israel gegenüber, im nachhaltigen Gedenken an die Shoah, an der Österreicherinnen und Österreicher mitschuldig wurden.

Zugleich ist ein kritischer Blick auf die komplexe politische Situation gefordert. Die Altkatholische Kirche mahnt eine objektive Berichterstattung vom Leiden der israelischen und palästinensischen Zivilbevölkerung ein.

Unrecht bleibt Unrecht: sei es der Terror von Seiten der Hamas oder durch die Unterdrückungspolitik der israelischen Regierung. Österreichs Position muss eine neutrale bleiben, diese schließt beherzte Vermittlungsversuche mit ein.

 

Neue Diakonin der Iglesia Filipina Independiente

Lora Mae Honey Espelita ist am 02.05.2021 zur Diakonin der Iglesia Filipina Independiente geweiht worden.

Diakonin Espelita wurde in den letzten Jahren ihres Studiums durch einen anonymen Spender aus der Altkatholischen Kirche Österreichs finanziell unterstützt - ein starkes Zeichen für unsere Verbundenheit mit der Iglesia Filipina Independiente. Herzlichen Dank dafür!

Die Altkatholische Kirche Österreichs gratuliert herzlich zur Weihe!