Im Dialog mit Rom

Die Internationale Römisch-Katholische/Alt-Katholische Dialogkommission (IRAD) hat ihre zweite Arbeitsphase abgeschlossen. Bei ihrer letzten Sitzung im Juli 2017 in Paderborn konnten die Ergebnisse bereits im Druck präsentiert werden.

Der Jurisdiktionsprimat (Allgewalt über alle Christ_innen) und die lehramtliche Unfehlbarkeit des Papstes, wie sie auf dem Ersten Vatikanischen Konzil 1870 definiert wurden, waren der eigentliche Anlass für die Trennung zwischen Alt-Katholiken und Römisch-Katholiken. Eine 2004 von beiden Kirchen eingesetzte Dialogkommission hat ein gemeinsames Grundverständnis von Kirche als Communio erarbeitet, in dem die Papstfrage neu platziert und beleuchtet werden kann. Dies zeigt der 2009 fertiggestellte erste Bericht mit dem Titel „Kirche und Kirchengemeinschaft“.

In dem Ende 2016 abgeschlossenen zweiten Bericht geht die Kommission vertieft auf offen gebliebene Fragen ein. Sie kommt dabei zu bedeutenden Klärungen und Annäherungen zum konkreten Dienst des Papstes; nicht nur für eine universale Kirche, sondern auch für synodal strukturierte Gemeinschaften von Ortskirchen. Zum verbindlichen Lehren in den Kirchen konnten gemeinsame Aussagen gemacht werden und auch bei den unterschiedlichen Positionen hinsichtlich der Mariendogmen von 1854 und 1950 sind Annäherungen festzustellen. Weitere Themen des Zweiten Berichts sind die Ordination von Frauen zum priesterlichen Dienst und der innere Zusammenhang von Kirchen- und Eucharistiegemeinschaft.

Das Buch, das den ersten und zweiten Bericht in sich vereint, ist im Bonifatius-Verlag erschienen.